1ste Atjeh
Von Weiß zu Mut
Wie aus einem dunklen Schlauch von 1905 ein Studentenhaus voller Farbe wurde
Wo es dunkel war, fällt jetzt Licht
- Standort
- Amsterdam, Niederlande
- Jahr
- 2025
- Leistungen
- Concept à la Carte: von Farb- und Lichtplan bis zu einer neuen Aufteilung. Plus gemeinsam shoppen, von Küche und Badfliesen bis zu Armaturen, Schränken, Türen, Türgriffen und Lampen.
Projektgeschichte
Wie machst du einen schmalen Schlauch in Amsterdam hell und warm, für jemanden, der eigentlich überall Weiß will?
Schritt für Schritt, lautet die Antwort. Eine Erdgeschosswohnung von 1905 im Viertel Indische Buurt. Schmal und lang, ein echter Schlauch, mit wenig Licht. Neorenaissance mit einem Hauch früher Amsterdamer Schule. Ein schönes Fundament, aber die Aufteilung musste umgedacht werden. Dorothé kaufte die Wohnung für ihre Tochter. Die wohnt dort mit einer Freundin, und die übrigen Zimmer werden an Studenten vermietet. Eine Investition also, und da verstehst du, warum sie am liebsten überall Weiß wollte. Sicher. Aber farblos für ein Haus, das so viel zu erzählen hat. Also fing ich klein an. Kochen ist die Leidenschaft der Mädels, dort begann darum die Farbe: eine rosa L-Küche von IKEA. Die Töne wählten sie selbst, mit mir als Klangbrett, und die Fronten und Schranktüren ließ ich bei Colorswap auf Farbe spritzen. Nach Süden wurde all das Rosa dann zu viel. Also gingen wir heller. Ein warmer, pudriger Grundton, NCS S 1002-Y50R, an Decke, Türen, Rahmen und Sockelleisten. Ruhig und warm, ohne kühle Kontraste. Daneben ein warmes Terrakotta-Rosa, NCS S 3030-Y80R, als Akzent, und salbeigrüne Zellige-Fliesen hinter dem Kochfeld. Vom Mangel an Licht merkst du nichts mehr. Als Concept à la Carte machte ich einen Farb- und Lichtplan, mit dem Elektriker und Bauunternehmer sofort weiterarbeiten konnten. Zuerst kam alles raus. Danach teilte ich die Wohnung neu ein. Die Wand zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer rückte nach hinten, so bekam das Wohnzimmer mehr Licht und Luft. Die Badewanne machte einer großzügigen ebenerdigen Dusche Platz, mit einem Möbel von 120 cm und einem Hochschrank für Stauraum. Und ich ging mit shoppen. Küche, Fliesen, Armaturen, Kleiderschrank, ein erhöhtes Bett mit Stauraum darunter, bis zu den Türgriffen und den Lampen. Das Ergebnis: eine Wohnung, die wieder atmet. Licht, wo es dunkel war, Farbe, wo vorher nur Weiß sich traute.
“Elke keer als ik binnenkom, denk ik: wow. Het klopt gewoon”
Dorothé Oorschot, 1ste Atjehstraat