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Cest Sjoukje | Retro, frisch gebacken

Molo Rouge

Retro, frisch gebacken

Wie aus einer verstaubten Dorfbäckerei ein Boutique-Hotel mit Stadtcafé wurde

Wo einst Brot aufging, schläfst du heute aus

Standort
Bayern, Deutschland
Jahr
2020-2022
Leistungen
Komplettes Hospitality Makeover: Entwurf, Regie, Umsetzung und Styling bis ins Detail. Von maßgefertigten Betten und Kissen bis zu Geschirr, Duftakzenten, Speisekarten und Signage.

Projektgeschichte

Wie macht man aus einer verstaubten Bäckerei zugleich ein Boutique-Hotel und ein Stadtcafé, ohne die Bäckerei selbst wegzuwischen?

Mit der Vergangenheit, lautet die Antwort. Nicht ausradieren, mitspielen lassen. Oben, in den fünf Hotelzimmern, bekam jedes Zimmer seinen eigenen NCS-Ton. Von einem sanften Grünblau, S 4010-B50G, bis zu einem tieferen Moosgrün, S 3050-G40Y. Jedes Zimmer eine andere Temperatur. Das Grünblau hält den Morgen kühl, das Moosgrün macht den Abend tiefer. Die Betten entwarf ich selbst, darauf weiße Damastbettwäsche aus Baumwolle aus Großmutters Zeit, jahrzehntelang aufbewahrt, nie benutzt. Im Flur die Golden-Lily-Tapete von Morris & Co, in Pale Biscuit. Und die schönsten Lampen machte ich selbst, aus Retro-Glasschirmen baute ich kleine Türmchen, Licht, das nirgendwo sonst so fällt. Unten das Stadtcafé. Gelber Terrazzo von Dasag am Boden, 1528. Eine Decke in Gold. Okergelbe Retro-Tapete, Waris. Die Sessel ließ ich neu beziehen, mit Stoff von Rohleder, in Violett. Alte Cafétische gingen zum Upcycler, bereit für eine zweite Runde. Und in der alten Backstube rollten wir mit einer Gummiwalze die schönsten Muster über die Wand. Die Ockertöne dämpfen einander, das Gold fängt das Licht und dieser eine violette Sessel hält es wach. Am späten Nachmittag steht das Café im Glühen. Die hellblauen Fassadenfliesen blieben, der alte Brotbackofen auch. Manche Dinge verbessert man nicht, die bewahrt man. Zwei Welten, ein Haus, dieselbe Handschrift. Das Ergebnis: fünf Hotelzimmer, jedes mit eigenem Look. Eine große Geschichte in der Bild der Frau, 2025. Und Gäste, die das bunte Retro-Geschirr fotografieren, bevor sie bestellen.

“Für Projekte von der Stange würde ich dich nicht empfehlen. Aber für jeden, der die spannende Reise vom eigenen Ich bis zum guten Endprodukt gehen will”

Marion Meyerhöfer, Molo Rouge